Am 08.05.2019 hatte ich die Gelegenheit, Vanessa Münstermann bei einer Lesung in Barsinghausen bei Hannover live zu erleben.
Vanessa Münstermann hat schwere Zeiten hinter sich. Sie wurde morgens beim Gassigehen mit ihrem Hund von ihrem Ex-Freund mit Säure angegriffen und erlitt schwere Gesichtsverätzungen. Es folgten Krankenhausaufenthalte und Operationen. Leider verlor Vanessa durch die Attacke auch ihr Auge.
Doch im Laufe der Zeit erlangte Vanessa ihre Lebensfreunde zurück und geht heute sehr offen mit dem um, was ihr passiert ist. Sie hat ein Buch geschrieben, ebenso einen Verein gegründet, der Betroffenen von Verätzungen und Vebrennungen helfend zur Seite steht
https://www.ausgezeichnet-ev.de/
Ich habe vor einiger Zeit das Buch von Vanessa gelesen, welches mir sehr gefallen hat! Ich habe ihr Schicksal damals in den Medien verfolgt, denn Vanessa kommt wie ich aus Hannover. Umso mehr freute ich mich, als ich erfuhr, dass Vanessa eine Lesung in Barsinghausen macht. Und da ich zu dem Zeitpunkt in Hannover war, paßte das sehr gut, an der Lesung teilzunehmen.
Die Lesung fand im ASB Bahnhof statt, ein Veranstaltungsort, der direkt am Bahnhof Barsinghausen liegt. Ich war sehr gespannt, Vanessa live zu erleben.
Die Lesung fand in einem kleinen aber sehr gemütlichen Saal statt, der mit gedimmtem Licht und roten Vorhängen für angenehme Atmosphäre sorgte.
Als Vanessa auf die Bühne kam, fiel mir auf wie gut ihr Gesicht wieder aussieht. Natürlich sieht man noch die Verätzungen und diese Narben werden auch sicherlich bleiben. Aber manchmal, wenn das Licht in einem bestimmten Winkel auf Vanessas Gesicht fiel, sah man die Narben gar nicht mehr so sehr.
Vanessa las zunächst Auszüge aus ihrem Buch vor, erklärte zwischendurch auch viel zu den einzelnen Kapiteln. Auch da fiel mir wieder auf, wie offen sie umgeht mit dem Thema, passend zum Titel des Buches von ihr: Ich will mich nicht verstecken.
Und ich finde, Vanessa muß sich nicht auch nicht verstecken. Sie ist trotz oder gerade wegen ihrer Gesichtsverätzungen eine hübsche sympathische Frau mit einem ansteckenden Lachen. Faszinierend fand ich auch Vanessas Glasauge. Es hat statt einer Pupille eine Art Spiegel im Inneren, der bei einem bestimmten Lichteinfall golden leuchtet.
Nach der Lesung gab es noch eine Fragerunde, wo das Publikum Fragen stellen konnte.
Anschließend signierte Vanessa ihr Buch, auch Fotos konnten gemacht werden. Ich liess mir ihr Buch signieren und machte ein gemeinsames Foto mit ihr. Spontan fragte ich sie zum Schluß, ob ich sie umarmen dürfe, was ich eigentlich bei "Fremden" eher selten mache, aber bei Vanessa lag es mir einfach am Herzen.
Eine tolle und starke Frau. Gut gefiel mir als sie sagte, dieses Buch ist auch ein Mittelfinger Richtung ihres Ex-Freundes. Denn Vanessas Lebensfreude konnte keine Säure wegätzen. Das Ziel, ihr die Lebensfreude zu nehmen, hat also ihr Ex-Freund zum Glück nicht erreicht.
Meine Buchrezension findet Ihr hier:
http://karinasschreibstuebchen.blogspot.com/2019/05/buchrezension-ich-will-mich-nicht.html
Hier ein paar Bilder von der Lesung
Hier stellt ihr Manager Vanessa vor
Vanessa bei ihrer Lesung I
Vanessa bei ihrer Lesung II
Ich mit Vanessa. Lustigerweise schauen wir beide nicht in die Kamera, wir waren wohl von irgendjemandem abgelenkt


















