Montag, 18. Januar 2016

Buchrezension "Mama macht mal blau" von Mimi J. Poppersen

Buchrezension zum Buch "Mama macht mal blau" von Mimi J. Poppersen

Zum Inhalt

Sarah Schäfer ist berufstätige Mutter von 2 Kindern und verheiratet. Doch an einem Wochenende im Sommer hat ihre Familie einige spannende Sachen geplant, ihr Mann fährt zum Angeln, die beiden Töchter sind bei Freunden. Nun ist Sarah auf sich alleine gestellt, sehnt sich aber auch nach einem Abenteuer. Als sie auf der Arbeit dann auch noch die Langeweile überkommt, beschließt sie spontan, ins Reisebüro zu gehen und eine Reise zu buchen, die sie nach..... Amerika führt!
Während Sarah im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ein Abenteuer nach dem anderen erlebt (wer hat schon die Gelegenheit, mit Richard Gere einen Spaziergang zu machen und in einem Film mitzuwirken?), erlebt ihre Familie ständig Chaos. Wie gut wäre es jetzt, Mamas Hilfe zu haben, doch Mama ist nicht da, denn: Mama macht mal blau!

Meine Meinung

Ich fand das Buch wunderbar geschrieben. Der Schreibstil der Autorin ist humorvoll und erfrischend und somit gut zu lesen. Ich konnte mich auch gut in die Protagonistin hineinversetzen. Wer träumt nicht davon, einfach mal auszubrechen aus dem Alltag und ein Abenteuer zu erleben, das aus einer spontanen Idee entsteht.
Witzig finde ich, dass in dem Buch auch echte Stars mitspielen. Oft wirkt sowas unglaubwürdig oder albern, aber zu der Geschichte paßt es sehr gut, es sind einige der High-Lights in diesem Roman.
Das Cover finde ich ansprechend gestaltet, es macht Urlaubslaune.

Ich freue mich auf weitere Bücher der Autorin







Interview mit der Buchautorin Mimi J Poppersen

Über ihr Buch "Mama macht mal blau" wurde ich auf die Autorin Mimi J. Poppersen aufmerksam. Mimi ist das Pseudonym einer deutschen Autorin, die sonst Krimiromane schreibt und Thriller. Als Mimi schreibt sie jedoch unterhaltsame Frauenliteratur. Eine Rezension zu "Mama macht mal blau" folgt auch noch hier auf diesem Blog.

Ich freue mich, dass ich die Möglichkeit hatte, Mimi zu interviewen:



1.) Hallo Mimi, ich freue mich, ein Interview mit Dir führen zu können.
Als erstes würde mich interessieren, wie Du zum Schreiben gekommen bist.

Wie wohl die meisten Schriftsteller habe ich schon immer gerne geschrieben. Während meines Studiums und als Journalistin waren dies aber meist sehr trockene und wissenschaftliche Texte.
In dieser Zeit entstand der erste Thriller, hauptsächlich in meinem Kopf, dessen Story sich über Jahre verfeinerte und ausreifte. Irgendwann sagte mein Ehemann zu mir: “Jetzt fang doch endlich mal an, Deinen Roman zu schreiben”. Gesagt, getan (nicht, dass ich sonst immer auf ihn hören würde). Diesen kleinen Anstoß benötigte ich, um mich endlich hinzusetzten und mein erstes Buch zu beginnen. Erst dann fand ich heraus, wie viel Spaß mir das Schreiben wirklich macht!


2.) Was war Dein erster Roman/Deine erste Veröffentlichung?

Mein erster Roman unter meinem richtigen Namen war ein Thriller, meine erste Veröffentlichung als Mimi J. Poppersen war “Nur drei Tage” ziemlich genau vor einem Jahr, im Dezember 2014. In dem Buch erzähle ich die wahre Geschichte einer Businessfrau in San Francisco, deren Leben sich, nach der Begegnung mit einem Obdachlosen, völlig auf den Kopf stellt. In Amerika leben wesentlich mehr Menschen auf der Straße als hier in Deutschland, in vielen Städten sind es über zehn Prozent. Das Buch „Nur drei Tage“ zeigt, wie schnell man durch das soziale System dort auf der Straße landen kann. Trotz des ernsten Hintergrunds, ist dieser Roman auf humorvolle Weise geschrieben.


3.) Was liebst Du am Schreiben?

Ich liebe wirklich alles am Schreiben: Das Abtauchen in eine andere Welt, wie sich eine Geschichte vor meinem geistigen Auge langsam aufbaut, Kontur annimmt und immer facettenreicher wird. Am meisten liebe ich, dass sich während des Schreibens oft unerwartete oder nicht vorher geplante Wandlungen ergeben, die mich selbst überraschen und einfach Spaß machen. Oft bin ich dann selbst über die Wendungen in meiner Geschichte erstaunt. Die Grundidee existiert natürlich schon lange, aber die Feinheiten entstehen beim Schreiben und oft ergibt sich noch die ein oder andere Veränderung in der Geschichte.
Am meisten Spaß macht natürlich, wenn das fertige Buch den Lesern gefällt!


4.) Baust Du auch eigene Erfahrungen in Deine Romane ein?

Definitiv! Es stecken sehr viele eigene Lebenserfahrungen in meinen Büchern. Erfahrung und eine gute Beobachtungsgabe sind glaube ich wichtig. Manchmal träume ich sogar von dem Fortgang meiner Geschichten und stehe dann um drei Uhr morgens in der Küche mit Taschenlampe, Stift und Papier und schreibe alles auf.


5.) Deine Romane spielen soweit alle in Amerika. Woher kommt die Liebe zu diesem Land?

USA, besonders Kalifornien war schon immer eines meiner Traumziele. Ich habe das Glück mit meiner Familie in den letzten zehn Jahren dort sehr viel Zeit verbringen zu können. Momentan leben wir etwa neun Monate im Jahr dort, in der Nähe von San Francisco, drei Monate in Deutschland, in Heidelberg. Auch mein Sohn ist dort geboren und wächst zweisprachig auf.


6.) Liest Du selber auch gerne, wenn ja welche Genres?

Ja, ich lese sehr gerne. Eigentlich lege ich mich hierbei nicht auf ein bestimmtes Genre fest. Es kann ein Thriller, Drama, etwas Humorvolles oder auch ein historischer Roman sein. Die Hauptsache für mich bei einem Buch ist, dass ich weiterlesen möchte. Am besten sind natürlich solche Bücher, die man kaum noch aus der Hand legen will und die gibt es ein vielen Genres, finde ich.


7.) Was sind Deine nächsten Projekte?

Ich habe einige Ideen für verschiedene Bücher: Einen Thriller, eine neue Liebeskomödie und sogar für ein Kinderbuch. Als nächstes werde ich wohl wieder mal einen Thriller schreiben.


8.) Wie gehst Du mit Kritik um?

Sehr gute Frage : )
Das muss man erstmal lernen. Kritik gehört einfach dazu, denn die Geschmäcker sind nun mal verschieden und nicht jedem kann ein Buch gleich gefallen. Oft sind allerdings Ein-Stern-Rezensionen sehr fies geschrieben und teilweise ungerecht, was einem schon mal die Laune vermiesen kann. Andererseits sollte man immer offen sein für Kritik. Ich nehme sie mir immer zu Herzen und wenn etwas daran stimmt, probiere ich es zu ändern.


9.) Dein schönstes Erlebnis in Bezug auf Schreiben?

Positives Feedback!
Ich freue mich sehr über Emails oder Rezensionen, in denen mir die Leser berichten, dass ihnen ein Buch gefallen hat. Deswegen schreibe ich, das motiviert. Ich möchte mit meinen Büchern die Leser unterhalten und wenn mir das gelingt, ist es ein tolles Erlebnis.


10.) Welchen Tipp hast Du für Menschen, die gerade erst angefangen haben mit dem Schreiben?

Just do it!
Hört sich zwar etwas simpel an, aber nur so findet man heraus, ob einem das Schreiben wirklich liegt. Man kann ja viele Tipps im Internet finden, wie man ein gutes Buch schreibt. Vieles davon trifft zu, aber man sollte sich nicht an alles halten. Es wird z.B. oft abgeraten, ein Buch in der Ich-Perspektive zu schreiben, zu oft die Perspektive zu wechseln oder Zeitsprünge einzubauen. Wenn die Story gut ist, finde ich, dass man sich nicht unbedingt an diese „Regeln“ halten muss…dann wären ja alle Bücher gleich.


Wichtig sind zahlreiche Probeleser, die einem auch ehrlich ihre Meinung zu dem Buch sagen und nebenbei noch Tippfehler aufstöbern.

Vielen Dank, liebe Mimi, für das schöne Interview!


Mimis Buch "Mama macht mal blau" 



Die Autorin



Samstag, 19. Dezember 2015

Nachruf für Aileen P. Roberts

                                                           Nachruf

Mit Bestürzung habe ich erfahren, dass die Autorin 
Aileen P. Roberts im Alter von 40 Jahren verstorben ist.
Ich habe mit Aileen vor etwa 2 Jahren mal ein Interview für meinen damaligen Blog gemacht und habe sie als sehr freundliche und sympathische Autorin kennengelernt, die ihre Ziele und Träume klar vor Augen hatte. Auf mich wirkte Aileen manchmal sehr geheimnisvoll, was ich positiv meine.
Auch ihre Art zu schreiben, sprach mich sehr an.

Aileen hat immer hart gekämpft und gearbeitet für ihren Erfolg.

Es ist sehr traurig, dass ihr Leben so jung endete.
Nun schreibt sie oben im Himmel weiter.

RIP, liebe Aileen 




Dienstag, 1. Dezember 2015

Blogtour Wo das Chaos hinfällt

Ich nehme an der Blogtour des Buches "Wo das Chaos hinfällt" von Sandra Grauer teil. Alle bisher erschienen Beiträge findet Ihr unter dem Beitrag bei den Links.

Bei mir geht es heute um das Thema Hundeschwangerschaften, denn in dem Buch geht es neben den Hauptdarstellern Laura und Boris um 2 Hunde, die (ungeplant) Eltern werden. Eine Rezension zu dem Buch findet Ihr übrigens auch hier auf meinem Blog auf der Startseite (etwas nach unten scrollen). Ebenso bei AMAZON unter dem Namen Angelheart

Die Hündin in dem Buch von Sandra Grauer wird bei einem Schäferstündchen im Gebüsch schwanger. Demnach ist es wohl eine ungeplante Schwangerschaft. Nun stellt man sich die Frage, wie geht ein Hund mit einer ungeplanten Schwangerschaft um? Der werdende Vater steht auf jeden Fall zu ihr. Einzig Frauchen Laura ist zunächst nicht so begeistert....

Ebenso stelle ich mir die Frage: Leiden Hunde auch unter Schwangerschaftsübelkeit? Ein bekannter Zoologe nahm sich diesem Thema an und gab Entwarnung. Hunde haben keine Schwangerschaftsübelheit.
Frauen haben dieses Problem öfters aufgrund eines bestimmten Protein in der Plazenta, was bei Hunden nicht vorhanden ist, eindeutig ein evolutionärer Vorteil.
Naja, und sollten Ausnahmen die Regel bestätigen und ein Hund verspürt doch mal Übelkeit beim Gassigehen, so kann er immerhin schnell ins Gebüsch verschwinden. Auch hier sind Hunde eindeutig wieder im Vorteil, denn eine schwangere Frau die ins Gebüsch verschwindet würde wahrscheinlich mitleidsvoll beobachtet werden, während es bei einem Hund kaum auffällt.

Natürlich rundet sich auch beim Hund irgendwann der Bauch und das elegante Aufs Sofa Springen wird immer schwerfälliger, man hat ja doch einiges mit sich zu tragen im Bauch. Gut, schwangere Frauen springen nicht unbedingt aufs Sofa, aber auch für sie wird mit fortgeschrittener Schwangerschaft das Bewegen immer schwerer... Da sind sich Frau und Hund also gleich.

90 Prozent aller Hundeschwangerschaften verlaufen komplikationslos. Auch wissen Hündinnen von alleine was zu tun ist. Aber ein bißchen Nähe von Herrchen oder Frauchen tut sicherlich gut. Ob der Hund auf ein "Pressen! Immer weiter pressen!" hören wird sei dahingestellt, aber sicherlich tut dem Hund ein wenig Unterstützung gut, und wenn es nur ein Streicheln und ein beruhigendes Wort ist.

Und sind die Welpen dann da, sind Hund und Herrchen/Frauchen stolz und glücklich.



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Hier der Fahrplan für die anderen Blogbeiträge



http://binchensbuecher.blogspot.de/2015/11/wo-das-chaos-hinfallt-von-sandra-grauer.html


https://primeballerina.wordpress.com/2015/11/30/blogtour-wem-begegnet-ihr-in-wo-das-chaos-hinfaellt-von-sandra-grauer/


http://siljasbuecherkiste.me/2015/11/29/tag-2-plaudern-mit-sandra-grauer-blogtour-wo-das-chaos-hinfaellt/comment-page-1/#comment-1359






Sonntag, 15. November 2015

Buchrezension zu "Mondscheinblues" von Katrin Koppold

Katrin Koppolds Bücher lese ich sehr gerne. Sie schreibt sehr schöne Romane, und seit Anfang November gibt es ihr neues Buch "Mondscheinblues" 

Zum Inhalt

Nina arbeitet als Redakteurin bei einem Frauenmagazin. Als ihre Kollegin, die mit ihrem Mann Flitterwochen machen wollte und darüber in dem Magazin berichten sollte, sich von ihrem Angetrauten trennt, soll Nina anstelle ihrer Kollegin die Reise antreten. Einziges Manko: Sie hat keinen Ehemann. Also sucht sie sich aus der Kartei einer Agentur einen passenden Ehemann aus. Doch als Nina ihrem "Mann" gegenüber steht, ist die Enttäuschung zunächst groß, denn der smarte attraktive Mann aus der Kartei entpuppt sich als Waldschrat mit Vollbart und Rockerklamotten. Zudem fühlt sich Nina von ihm nicht ernst genommen, weil er kaum eine Gelegenheit ausläßt zu sticheln. So zeigt sie ihm deutlich was sie von ihm hält und auch er scheint nicht allzu begeistert von Nina zu sein.
Die Reise führt die beiden Leute nach Cornwall, und Nina befürchtet diese Woche kaum aushalten zu können. Tatsächlich geraten die beiden immer wieder aneinander. Wird das so bleiben oder kommen dann doch Gefühle mit ins Spiel? Das erfahrt Ihr in diesem Buch. :-)

Meine Meinung

Mir hat Katrins Sternschnuppenreihe schon sehr gut gefallen. Ich mag ihren Schreibstil, der mich sofort eintauchen läßt in die Geschichte, und das war bei diesem Roman genauso.
Die Kapitel werden abwechselnd von Tom und Nina erzählt, so dass der Leser an den Gedanken und Gefühlen beider Protagonisten teilhaben kann.
Manchmal konnte ich mir beim Lesen ein Schmunzeln nicht verkneifen, wenn sich beide mal wieder in die Wolle bekommen und man einfach nur denkt "Mensch, versucht Euch doch zu vertragen und zu arrangieren". Aber trotz dieser ganzen Zwiste wirken weder Nina noch Tom unsympathisch, im Gegenteil, für Tom habe ich beim Lesen sogar ein bißchen geschwärmt. :-)

Das Cover des Buches finde ich auch sehr schön, und die Schattenfiguren regen die Fantasie an, wie Tom und Nina wohl ausschauen könnten.



Buchrezension "Rolle vorwärts" von Samuel Koch

Samuel Koch ist seit seinem tragischen Unfall bei Wetten dass vielen Menschen bekannt. Ich habe bereits seine erste Biographie "Zwei Leben" mit großem Interesse gelesen und war darum sehr gespannt auf sein neues Buch "Rolle vorwärts". Und auch dieses Buch hat mich wieder sehr bewegt und berührt.

Meine Meinung

Das Leben von Samuel Koch nahm 2010 eine Kehrtwendung, als er bei Wetten dass schwer verunglückte und seitdem im Rollstuhl sitzt. Für den aktiven Kunstturner und Schauspielstudenten, der es gewohnt war immer in Bewegung zu sein, immer im Training, war dies ein schwerer Schlag.

Doch Samuel nimmt sein Schicksal an mit einer Kraft, die bewundernswert ist und zugleich auch Mut macht. Das Leben kann schwer sein, ein Schicksalschlag kann alles ändern, und trotzdem ist oder wird das Leben wieder lebenswert, wenn man nicht aufgibt und weiter an sich glaubt. Und das hat Samuel in all den Jahren getan, das wird in dem Buch ganz deutlich. Natürlich hat auch er seine schweren oder schwachen Momente erlebt, aber er lebt sein Leben, und dies durchaus mit viel Lebensfreude. So schreibt er z.B. in dem Buch, dass er seit dem Unfall tatsächlich keinen Tag ohne Lachen erlebt habe.
Wie oft jammern wir "Gesunden" über unsere Probleme, Kleinigkeiten bauschen sich scheinbar zu unüberwindbaren Problemen auf.
Und hier ist ein junger Mann, der fast komplett seine Bewegungsfreiheit verloren hat und trotzdem so stark ist zu sagen, es gab keinen Tag ohne Lachen.

Samuels Humor wird auch in dem Buch deutlich, an vielen Stellen mußte ich beim Lesen wirklich schmunzeln, z.B. wenn er schreibt, wenn er als Teenie neben all dem Training, Feiern und Gemeindeaktivitäten noch die Zeit dafür hatte, dann ging er auch mal in die Schule. :-)

Ebenso gefiel mir eine Passage in dem Buch sehr, wo er Dinge auflistet, für die er dankbar ist. Es mag sich anhören wie Kleinigkeiten, z.B. Vogelgezwitscher, Facebook, Touch-Displays, Pfefferminztee u.s.w., aber ich glaube für Samuel sind gerade diese "Kleinigkeiten" etwas ganz Besonders.

Kritiker könnten vielleicht voreingenommen sein, dass das Buch Mitleid erregen will,aber das habe ich beim Lesen an keiner einzigen Stelle so empfunden, ganz im Gegenteil, das Buch macht Mut und gibt Kraft, dass es, egal wie schwer das Leben auch manchmal sein mag,  immer weitergeht.

Gut gefallen hat mir auch das schöne Cover mit Samuels Bild und in Blautönen gehalten.

Im Buch gibt es zudem viele Bilder von Samuel und seinen Aktivitäten.

Samuels Buch nimmt an der Wahl zum Leserpreis des Jahres 2015 bei Lovelybooks teil. Wem das Buch gefällt und abstimmen will, der kann dies unter folgendem Link tun:

http://www.lovelybooks.de/leserpreis/2015/nominierungen/sachbuch/#liste

Samuels Buch:


Und seine Webseite:

www.samuel-koch.com



Mittwoch, 28. Oktober 2015

Interview mit der Buchautorin Katrin Koppold

Katrin Koppold schreibt sehr schöne Romane, von denen ich einige auch schon kenne. Im November erscheint ihr neuer Roman "Mondscheinblues", und passend zum Neuerscheinungstermin hatte ich die Gelegenheit mit Katrin Koppold ein Interview zu führen. :-)

1.) Liebe Katrin, wann enstand bei Dir der Wunsch, Schrifstellerin zu werden?


Wie die meisten Schriftsteller habe auch ich schon immer viel geschrieben. Mein Bruder bekam von mir zum Beispiel einmal ein Märchenbuch zu Weihnachten geschenkt und mit 14 habe ich eine Liebesgeschichte im Stil der damaligen Denise-Heftchen angefangen. Außerdem war ich einige Jahre freie Mitarbeiterin bei einer lokalen Zeitung und habe nach der Schule dort auch ein Praktikum gemacht. Richtig von der Pike auf gelernt, habe ich es aber erst durch in einem zweijährigen Fernstudium und in den Schreibkursen von Rainer Wekwerth, einem Autor des Arena-Verlags.
Es gibt bestimmt Menschen, die irgendwann einmal auf die Idee kommen, sich hinzusetzen und aus dem Stegreif und ohne jede Erfahrung ein wirklich tolles Buch schreiben. Aber ich denke, das sind Ausnahmen. Natürlich hat Schreiben auch etwas mit Talent und Leidenschaft zu tun, vor allem aber mit Handwerk und einer Menge Selbstdisziplin.

2.) Was war Dein erster Roman?

„Hochzeitsküsse und Pistolen“ – Allerdings spielt der Roman in der ersten Fassung noch im Hunsrück, der Region, in der ich aufgewachsen bin. Vor fünf Jahren lag ich krank im Bett und las einen Kriminalroman von ValMcDermid, „Moor des Vergessens“, der mich so fasziniert hat, das ich wusste: Jetzt ist der Zeitpunkt für ein eigenes Buch gekommen. Ich bin sofort aufgestanden, zu meinen Eltern in den Garten gegangen und habe ihnen verkündet: Ich schreibe jetzt ein Buch.“ Und ich fügte spontan hinzu: „Und das ist mein Mordopfer.“ In diesem Moment ging nämlich unsere Postbotin gerade am Zaun vorbei. (Eine Postbotin ist es auch tatsächlich geblieben.) Überhaupt habe ich ziemlich viele Menschen aus unserem dörflichen Umfeld mehr oder weniger 1:1 übernommen, weswegen meine Freundin irgendwann meinte: „Wenn du willst, dass deine Eltern weiter hier wohnen bleiben, solltest du deine Figuren stärker verfremden.“ Ich habe die Handlung dann einfach nach England verlegt. Beschwerden kamen bis heute noch keine. **gg**

3.) Baust Du in Deine Romane auch eigene Erfahrungen ein?

Ja, sehr viele. In all meinen weiblichen Hauptfiguren steckt ein Teil von mir selbst. Am meisten in Fee, aus „Zeit für Eisblumen“. In diesem Roman habe ich sehr viel von der Zeit nach der Geburt meiner Tochter verarbeitet. Mein früherer Schreiblehrer, der auch selbst erfolgreich meinte einmal: „Jeder, der mir etwas Gutes oder Schlechtes tut, wird in meinen Büchern verbraten. Das ist bei mir ganz ähnlich. Ich glaube, so furchtbar viel Fantasie habe ich gar nicht. Ich bin eher ein guter Zuhörer und ich kann mir kleine absurde Alltagssituationen gut merken. Die muss ich mir noch nicht einmal aufschreiben. Sie schlummern in meinem Gehirn und warten auf ihren Auftritt.

4.) Liest Du selber auch gerne, wenn ja was? Wer sind Deine Lieblingsautoren?

Ich lese jeden Tag. In meiner Mittagspause, die ich mir nur in ganz seltenen Ausnahmefällen stehlen lasse, und abends im Bett. Am liebsten mag ich Jugendromane, Krimis (KEINE Thriller, das machen meine Nerven nicht mit) und natürlich auch Liebesromane. Wobei ich da nicht so gut abschalten kann. Entweder stürzen sie mich in tiefe Depression, weil ich denke, so etwas Wunderbares niemals selbst schreiben zu können. Oder ich bin gelangweilt, weil mir viele Kniffe, mit denen wir Liebesromanautorinnen so arbeiten, natürlich vertraut sind.
Jojo Moyes, Marian Keyes, Sophie Kinsella, Markus Zusak und, John Green mag ich sehr gerne, wobei es eigentlich unfair ist, das gerade die mir sofort in den Sinn kommen, denn es gibt auch abseits der großen Namen viele Autoren, die wundervolle Bücher schreiben. Meine Kolleginnen Kira Gembri, Nikola Hotel, Marah Woolf und Ivonne Keller, um nur einige zu nennen, können sich nämlich meiner Meinung nach durchaus mit ihnen messen.

5.) Was ist das Besondere am Schreiben, was magst Du daran?

Ich finde es auch nach dem siebten Buch immernoch wundervoll, mich durch das Schreiben vom Alltag wegträumen zu können und Welten zu erschaffen, in denen ich mich selbst gerne aufhalten würde. Außerdem kann ich durch meine Bücher das Gefühl des ersten Verliebtseins immer und immer wieder erleben. An jeden meiner männlichen Hauptfiguren habe ich nämlich bisher mein Herz verloren.

6.) Dein schönstes Erlebnis in Bezug auf Schreiben?

Meine Recherchefahrt in die Toskana für „Aussicht auf Sternschnuppen“. Da ich alle Schauplätze so originalgetreu wie möglich beschreiben wollte, bin ich die ganze Reiseroute im Roman abgefahren. Bei strahlendem Sonnenschein, in meinem Cabrio und mit Hape Kerkelings Hörbuch „Ich bin dann mal weg“ als einzigem Begleiter. Es war spannend, am Gardasee nach einem romantischen Platz zu suchen, an dem sich Nils und Helga zusammen die Sternschnuppen ansehen oder in der Nähe von Lucca nach einem Landsitz Ausschau zu halten, in dem die Goldene Hochzeit von Giuseppes Eltern stattfinden könnte. Ich bin zum Obernberger See gewandert, durch die Straßen von Verona spaziert, in Viareggio habe ich in der Trattoria Chiesina gegessen und in der Kirche von Vinci eine Kerze angezündet. Nur zu einem abendlichen Bad im Meer konnte ich mich durchringen, da ich ebenso wie Helga ziemlich große Angst davor habe, was sich dabei so alles unter mir herumtummelt. Danach sind noch viele weitere Recherchefahrten gefolgt, aber das erste Mal war einfach ein ganz besonderes Erlebnis.

7.) hast Du auch schon mal Kritik bekommen für ein Buch? Wenn ja, wie gehst Du damit um?

Je älter das Buch ist, je mehr es bereits gelobt wurde, desto gleichgültiger sind sie mir, denn nur aus den wenigsten Rezensionen kann ich etwas Konstruktives mitnehmen. Die einen Leserinnen können sich zum Beispiel unheimlich gut in meine Lieblingsfigur Fee hineinfühlen, andere sagen, dass sie furchtbar hohl sei, eine schreckliche, schlechte Mutter, ein verzogenes Luxusweibchen.
Anfangs ist es mir jedoch wirklich unheimlich schwer gefallen, zu akzeptieren, dass Bücher nun einmal Geschmackssache sind und nicht jedem gefallen können. Vor allem wir Frauen neigen ja dazu, es jedem recht machen zu wollen.
Ich versuche mich eher an den guten Rezensionen zu erfreuen. Auf einer meiner Lesungen haben mir zwei Bloggerinnen ein Buch mit Rezensionen mit den schönsten Sätzen aus meinen bisherigen Besprechungen. Dieses Geschenk hat mich sehr gerührt gemacht. Zu lesen, wie vielen Menschen meine Bücher bisher etwas mitgegeben haben, ist einfach wunderschön.

8.) Was sind Deine weiteren Buchprojekte?

Am 2.11. erscheint mein neuer Roman „Mondscheinblues“. Eigentlich sollte das Buch ein reines Übergangsprojekt sein, und ich habe es vor allem geschrieben, weil sich so viele Leserinnen gewünscht haben, dass Nina, die sie aus „Hoffnung aus Kirschblüten“ kannten und so sympathisch empfanden, auch ihr Happy End bekommt. Aber im Laufe des Schreibens bin ich so in der Geschichte aufgegangen, dass ich aktuell behaupten würde, dass „Mondscheinblues“ mein bisheriges Lieblingsbuch ist.
Geplant ist außerdem ein weihnachtlicher Kurzroman mit dem Titel „Zimtzauber“, ein Jugendroman und eine Geschichte, die mich schon seit einem Jahr verfolgt und auf die ich mich unheimlich freue. Der Arbeitstitel ist „Immer wieder im Sommer“. Es wird wieder mal eine Roadnovel und sie wird meine Figuren bis nach Amrum führen. Aber trotzdem wird in diesem Buch vieles anders sein, als in meinen bisherigen Geschichten.
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Vielen Dank,
liebe Katrin, für das schöne Interview. Mehr Infos über die Autorin findet Ihr auf ihrer Webseite



Auf dem Bild hält Katrin ihre eigene Coverversion in der Hand, inzwischen gibt es aber von dem Buch ein anderes Cover.