Bernadette Olderdissen hat vor kurzem bei AMAZON ihr erstes Ebook "Grazie, Genova - Zwei Jahre Al Dente" veröffentlicht, ein schöner Roman über eine Frau, die beruflich bedingt nach Italien zieht und dort allerlei Abenteuer erlebt (und viel Amore! :-) ). Eine Rezension zu diesem Buch folgt demnächst auf diesem Blog. :-)
Bernadette stand bei mir einem schönen Interview Rede und Antwort. Nähere Informationen über die Autorin findet Ihr auf ihrer Facebookseite:
www.facebook.com/pages/Bernadette-Olderdissen/530179677064583?
Bernadette, was bedeuten Dir Bücher?
Bücher
bieten mir die Möglichkeit zu reisen – und zwar ganz ohne Kofferschleppen,
Schlafen auf fremden, durchgelegenen Matratzen und Jetlag. Dank Büchern kann
ich innerhalb von Sekunden in andere Welten eintauchen und alles um mich herum
vergessen, ich kann Menschen kennenlernen, die so real erscheinen, dass ich sie
bald zu kennen glaube und vielleicht sogar etwas von ihnen lerne. Bücher
bringen mich zum Lachen, zum Weinen oder Nachdenken – kurzum: Sie gehören für
mich zum Leben wie gutes Essen und genügend Schlaf.
Wie bist Du zum Schreiben gekommen?
Ich habe mit
dem Schreiben begonnen, als ich 11 oder 12 war. Damals war ich total verknallt
in einen Brieffreund, wovon niemand etwas wusste. Ich hatte aber das Bedürfnis,
mein Glück irgendwie rauszulassen und habe angefangen, darüber zu schreiben –
und die Geschichte immer weiterzuspinnen. Im Buch endete es mit einem
persönlichen Treffen voller Überraschungen, wozu es im wirklichen Leben leider
nie gekommen ist. Aber danach hatte ich Lust, immer weiterzuschreiben und habe
als Jugendliche noch drei Krimis verfasst. Von diesen war ich so überzeugt,
dass ich sie gleich an die Top-Publikumsverlage geschickt habe, aber sie kamen
zurück, als wären sie an einem Elastikband befestigt – ungelesen! Das habe ich
erkannt, weil ich immer ein kleines Haar auf Seite 3 gelegt hatte, und das Haar
war jedes Mal noch da! Ich danke den Verlagen, dass ich auf diese Weise weniger
Haare verloren habe, aber ich war erstmal so enttäuscht, dass ich das Schreiben
jahrelang auf Eis gelegt habe.
Magst Du lieber Bücher aus Papier
oder Ebooks? Wo siehst Du die Vor- bzw. Nachteile?
Ich habe mir
vor ein paar Monaten endlich einen Kindle bestellt, aber ehrlich gesagt mag ich
lieber Papierbücher. Das liegt unter anderem daran, dass ich einer von den
Freaks bin, die zuerst mal ihre Nase in ein Buch stecken und den frischen
Papiergeruch tief einatmen. Außerdem habe ich ein Buch gern in der Hand, das
vermittelt mir ein besseres Gefühl davon, wie viele Seiten der Autor wirklich
geschrieben hat, wie viel ich schon gelesen habe und wie viele Seiten mir noch
fehlen. Die Prozentangaben schon gelesener Seiten beim elektronischen Lesegerät
sind für mich einfach etwas anderes. Da ich zudem viel im Freien lese, in der
Sonne, im Schwimmbad oder am Meer, finde ich Papierbücher robuster – sie
vertragen Sonne, Sand und Wasser eher J Als ich neulich ein Buch auf meinem
Kindle in der Sonne gelesen habe, war dieser irgendwann so heiß, dass ich Angst
hatte, er geht in die Luft.
Ein Vorteil
beim Ebook besteht für mich dagegen vor allem darin, dass man es leichter
verstauen kann, wenn man es gelesen hat – Ebooks stapeln sich nicht auf
Regalen, Schränken oder Fußböden, man lässt sie einfach auf dem Reader oder
löscht sie halt. Außerdem kann es auf längeren Reisen ganz praktisch sein,
mehrere Ebooks dabeizuhaben, weil sie nicht halb so viel wiegen wie die
Papierbücher.
Was sind Deine Lieblingsbücher?
Das ist
wirklich schwer zu sagen, da es etliche Bücher gibt, die mich sehr beeindruckt
haben, auf ganz verschiedene Weisen. Um ein paar Beispiele zu nennen: ‚Die Möwe
Jonathan‘ von Richard Bach, ‚Insel der Freiheit‘ von Leon Uris und ‚Veronika
beschließt zu sterben‘ von Paulo Coelho. Ich lese auch unheimlich gern Krimis
und bin seit jeher ein Fan von Agatha Christie.
Welche Genres sind in Deinem
Bücherschrank zu finden?
Sehr viel
Unterhaltungsliteratur, darunter Krimis, Frauenromane, auch anspruchsvolle
Literatur von Gewinnern des Deutschen Buchpreises und
Literaturnobelpreisträgern. Und dann gibt es viele Reiseführer und
Reiseliteratur, da ich eine echte Globetrotterin bin und ständig Reisen vor-
und nachbereite.
Wie viele Bücher hast Du selber
schon geschrieben?
Als
Jugendliche vier, in den letzten Jahren jedoch nur eins: ‚Grazie, Genova – Zwei
Jahre al dente‘.
Was war Dein schönstes Erlebnis in
Bezug auf Bücher?
Mein schönstes Erlebnis mit einem Buch hatte ich
schon als ganz kleines Kind. Meine Mutter hatte ein Buch im Regal, das hieß
‚Kiki prahlt immer‘ von Paul Hühnerfeld. Ich konnte gar nicht genug davon
bekommen und wollte, dass meine Mutter es mir immer und immer wieder vorlas. Am
Ende des Buches fasste das Huhn Kiki den Entschluss, bis ans Ende der Welt zu
gehen. Ich glaube immer noch fest, dass mir dieses Buch die erste ‚Reisewanze‘
in den Pelz gesetzt hat, denn zu allen möglichen Enden der Welt zieht es mich
nun schon fast ein Leben lang. Und das dank eines Buches J
Was sind Deine weiteren
Pläne/Wünsche in Bezug auf eigene Projekte?
Ich bin bereits in der Planung für einen neuen Roman – ganz anders als
‚Grazie, Genova‘, aber mehr verrate ich noch nicht. Für mich ist es wichtig,
immer weiterzuschreiben und mich dabei selbst ständig zu verbessern – und dies
auch gern dank der Anregungen und der Feedbacks meiner Leser/innen und lieben
Autorenkolleginnen und Kollegen. Dieser Austausch ist für mich sehr wichtig.
Bisher bin ich sehr überrascht, wie viel Erfolg das Self-publishing bringt,
aber ich würde mich auch sehr freuen, zumindest bei einigen zukünftigen
Projekten mit einem Verlag zusammenarbeiten zu können, gerade auch, um den
Buchhandel besser zu erreichen. Ich habe gemerkt, dass viele Leute zugreifen,
wenn sie ‚Grazie, Genova‘ nur sehen und stelle mir vor, wie viele mehr es
wären, wenn der Roman auf den Tischen der Buchhandlungen ausliegen würde. Aber
vielleicht schafft er es ja dorthin auch noch – und ansonsten hoffentlich eins der
nächsten Projekte J
Vielen Dank an Bernadette! :-)